Tiere als Therapie

Von manchen belächelt, von anderen als Wunderheilung angesehen. Tiere werden so oft wie nie zuvor zu Therapiezwecken eingesetzt, doch was steckt wirklich dahinter?

Egal ob in Altenheimen oder bei Kindern, bei Traumatisierungen oder psychischen Erkrankungen werden Tiere als Therapeut eingesetzt. Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Delfine, aber auch Nutztiere helfen uns wieder ins Leben zurück, helfen uns wieder Lebensfreude zu entwickeln oder andere negative Dinge für eine kurze Zeit auszublenden und danach besser zu verarbeiten. Kinder die durch ein traumatisierendes Erlebnis nicht mehr sprechen, entwickeln ein Vertrauen zu den Tieren und fangen an sich dem Tier anzuvertrauen – zuerst mit Zuneigung und später mit Worten. All das haben wir schon selbst gelesen oder in diversen Medien mitbekommen.

Tiere werden auch als Ersatz für den verstorbenen Partner eingesetzt, meist bei älteren Menschen. Ich finde dies eine tolle Idee, denn wenn man von einem Tag auf den anderen nach Jahren auf einmal alleine ist, dann kann es leider passieren das man mit der Zeit vereinsamt. Ein Tier zu haben bedeutet auch Verantwortung für längere Zeit zu übernehmen, (für ältere Menschen ist es wichtig eine Aufgabe zu haben) aber auch einen Freund für´s Leben gefunden zu haben.

Psychologen raten gerne ihren Patienten dazu sich auf eine tiergestützte Therapie einzulassen oder sich selbst ein Tier zuzulegen. ABER, ich hätte keinen Blog wenn ich nicht meine eigene Meinung dazu hätte. 🙂

Ich spreche aus Erfahrung wenn ich sage, dass Tiere Balsam für die Seele sind und diese echte Wunder bewirken können. Auch ich hatte eine schwierigen Lebensabschnitt zu meistern, ging durch diverse Höllen und war auch kurz davor mich aufzugeben. Jedoch kam dann mein Hund Rocky in mein Leben (weiter unten seht ihr das Bild von Rocky 🙂 ) und er hat mir extremst geholfen. ABER und das ist jetzt der springende Punkt, ein Tier kann dich nur UNTERSTÜTZEN, es kann dich nicht alleine heilen. Also jetzt sich ein Tier anzuschaffen und auf Wunder zu hoffen das wird nicht funktionieren, denn man muss selbst sehr viel mithelfen und auch soweit sein sich um das Tier kümmern zu können.

Es gab schon Fälle wo ein Hund angeschafft wurde wegen psychischen Problemen und nach ein paar Tagen der Hund ein neues Zuhause suchte weil der Besitzer es leider nicht „geschafft“ hat – dies ist der falsche Weg liebe Freunde.

Immer wieder wollen Menschen Tiere adoptieren und es ist ihnen egal welches Tier, es soll ihnen nur Gesellschaft leisten. Und da denke ich oft „Das kann doch nicht euer ernst sein“. Es ist sehr wohl ein Unterschied ob ich ein Kaninchen, einen Hund oder eine Katze adoptiere, man sollte sich bewusst für DIESES Tier entscheiden denn nur so kann ich an meinem neuen Weggefährten Freude haben und mit ihm gemeinsam eine schöne Zeit verbringen.

Wenn man sich selbst noch nicht sicher ist ob man es schaffen würde einen Hund auch selbst halten zu können, gibt es so viele Möglichkeiten mit anderen Hunden spazieren zu gehen oder Zeit mit anderen Hunden zu verbringen (Tierheim z.b.). Zuerst MUSS man als Mensch den eigenen Willen entwickeln wieder gesund zu werden und auch daran arbeiten und dann kann dich ein Tier dabei unterstützen.

Ich bin froh 2012 meine Rocky bekommen zu haben und bin ihm auch unendlich dankbar dafür. Heute ist Rocky 11 Jahre alt und immer noch mein Seelenhund. (auch meine anderen 4-Beiner sind sehr wertvoll für mich)

Ich hoffe das ich euch meine Meinung ein bisschen näher gebracht habe und der ein oder andere sie verstehen kann. 🙂

Alles Liebe 🙂

Erst wenn´s dich selbst betrifft …..

….. fängt man an darüber mal grundlegend nachzudenken warum denn so viele Tiere abgegeben oder weitergereicht werden nach einer Trennung, Scheidung usw….

Eine der wichtigsten Frage die ich bei einer Tiervermittlung stelle: „Was passiert mit eurem neuen Mitbewohner wenn ihr euch trennt? Wer übernimmt das Tier und bei wem kann es dann weiterhin bleiben?“

Viele Paare sehen mich sehr unglaubwürdig an und würden mich oft am liebsten ohrfeigen, aber diese Frage ist berechtigt. Denn so ziemlich jedes 3. Tier landet wegen Trennungen im Tierheim. Ich habe lange vermutet bzw. geglaubt das die Menschen einfach die Verantwortung für das Tier alleine nicht übernehmen möchten und daher es wieder abgeben, aber mittlerweile bin ich eines Besseren belehrt worden.

Und das aber nur aus einem Grund, weil ich es am eigenen Leib erleben muss. Was ist also meist dieses große Problem das Tiere nicht bei einem der Besitzer bleiben können?

Zuerst gibt es da dieses Haus das man miteinander gebaut, gekauft oder gemietet hat, aber bei einer Trennung sucht mindestens einer der beiden eine neue Wohnung und Wohnungen gibt es wie Sand am Meer ABER leider sehr überteuert und wenn man dann noch nach Haustieren fragt wird man meist ganz schnell abgewimmelt.

Die Gründe der Haus- bzw. Wohnungsbesitzer sind sehr wohl nachvollziehbar, denn es gibt genug „schwarze“ Schafe unter uns Tierhaltern die Wohnungen bzw. Häuser verwüsten und Tiere alles zerstören lassen. Und wer bleibt auf den Kosten sitzen? Ganz klar, der Vermieter.

ABER es gibt auch sehr viele Ausnahmen die sich zu Benehmen wissen und für die solche ungehobelten Methoden einfach nicht zu denken wären. Auch ich bin auf der Suche nach einer geeigneten Wohnung für mich und meine Vierbeiner. Für meinen Ex-Mann und mich käme es nicht in Frage einen unserer Fellnasen herzugeben, denn wieso sollen Tiere für eine menschliche Trennung büßen? Man gibt ja schließlich auch keine Kinder ab nur weil sich Mama und Papa nicht mehr lieb haben.

Oh Gott, ich hör schon wieder die Kritiker in meinen Ohren „Wie kann man Tiere mit Kinder vergleichen“. Natürlich sind Tiere keine Kinder und auch keine Menschen, ABER für viele Menschen sind Tiere wie ihre Kinder (weil sie z.b. keine Kinder haben können, usw….) und unsere Vierbeiner gehören genau so zur Familie.

Daher werden unsere Tiere auch aufgeteilt, 3 bleiben bei meinem Ex-Mann und 3 dürfen mit mir einen neuen Start wagen. 😉 Nur liegt dieser „Start“ noch in weiter Ferne da die Wohnung natürlich leistbar und hundegerecht sein sollte. Ich finde man sollte mehr Wohnungen vermieten in denen auch Haustiere erlaubt sind – vielleicht gegen eine höhere Kaution oder so. Denn dann könnten auch viele Tierbesitzer ihre Tiere nach einer Trennung behalten und müssten sich nicht zwangsweise davon trennen. Denn ein Tier ist kein Luxus, es ist ein Lebewesen das genauso Gefühle hat wie der Mensch und es wird nicht nur der Besitzer bestraft sondern vor allem auch das Tier.

Darum liebe Tierbesitzer, wenn ihr in diese Lage kommt das ihr euch zwischen Wohnung und Tier entscheiden müsst, bitte denkt auch an das Lebewesen neben euch und versucht irgendwie eine andere Lösung zu finden.

Und liebe Vermieter, ich kann euch verstehen und wahrscheinlich wollt ihr auch nichts mehr darüber wissen, ABER hey, es gibt auch uns, die Vernünftigen, die Tierliebhaber, die guten Menschen, gebt auch uns eine Chance und lasst euch auch mal von der positiven Seite überzeugen.

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